Zugewinnausgleich

Zugewinnausgleich
Der Zugewinnausgleich ist ein bei im Güterstand der Zugewinngemeinschaft lebenden Ehegatten im Falle der Beendigung des Güterstandes durchzuführender Vermögensausgleich. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass innerhalb einer Ehe die Eheleute an Vermögen dazugewonnen haben. Dieser Vermögenszwachs steht beiden Eheleuten gleichermaßen zu. Am Ende einer Ehe wird er durch den Zugewinnausgleich eine Verteilung dieses Vermögenszuwachses durchgeführt.

Zur Berechnung des Zugewinnausgleichs wird der Vermögenszuwachs, den jeder einzelne Ehegatte vom Beginn bis zum Ende der Ehe erzielt hat, verglichen. Der Ehegatte, der den höheren Zuwachs erzielt hat, muss die Hälfte der Differenz der beiden Vermögenswerte an den anderen auszahlen. 

Das Anfangsvermögen muss mithilfe des Lebenshaltungsindexes auf die zurzeit maßgeblichen Werte umgerechnet werden. Sofern es nur durch die Geldentwertung zu einer Wertsteigerung des Anfangsvermögens gekommen ist, findet kein Zugewinnausgleich statt. 

Gemäß § 1374 Abs. 1 BGB werden Verbindlichkeiten zu Beginn der Ehe für die Berechnung berücksichtigt, d.h. sofern entsprechend hohe Verbindlichkeiten bestehen, ist ein negatives Anfangsvermögen möglich. 

Auch bei der Berechnung des Endvermögens sind Verbindlichkeiten von dem positiven Vermögen abzuziehen. 

Bei dem ausgleichberechtigten Ehegatten besteht nach der Durchführung des Zugewinnausgleichs bezüglich der ihm zustehenden Forderung eine Kappungsgrenze: 

Die Höhe der Ausgleichsforderung wird durch den hälftigen Wert des Vermögens des ausgleichspflichtigen Ehegatten begrenzt, das nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Beendigung des Güterstandes vorhanden ist.

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